Praktikum bei
Landeshauptstadt Stuttgart
Sept 12, 2010
0
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2.0 |
ADRESSE
ALLGEMEINE ANGABEN ZUM PRAKTIKUM
| Branche |
Öffentliche Verwaltung/Behörde
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| Unternehmensgröße |
> 251 Mitarbeiter
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| Jahr des Praktikums (Beginn) |
2009
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| Dauer des Praktikums in Wochen |
26
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| Bezahlung/Gehalt |
101-500 €
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| Gibt es ein Praktikantenprogramm? |
Nein
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| Wird die Stelle regelmäßig besetzt? |
Nein
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ERFAHRUNGSBERICHT ZUM PRAKTIKUM |
Mit allzu großen Erwartungen sollte man nicht in ein Praktikum gehen, wenn es sich beim Arbeitgeber um die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart handelt, zumindest nicht, wenn man in der Stabsabteilung für europäische und internationale Angelegenheiten/Städtepartnerschaften landet, deren umständlich sperriger Name nicht nur die sprachlich mangelhafte Eloquenz in der Möchtegern-Metropole Stuttgart offenlegt, sondern zudem auch noch Rückschlüsse darauf zulässt, wie die Abteilung geführt wird, nämlich dilettantisch, aufgeblasen wichtigtuend und unprofessionell. Der Abteilungsleiter Kreher, seines Zeichens Diplom-Verwaltungswissenschaftler, verkörpert nicht nur das typische Klischee vom Schwaben als fleißiges, diszipliniertes und dafür intellektuell eher unzureichend ausgestattetes Arbeitstier, er ist dementsprechend heillos mit seinem Job überfordert, den er im Rahmen von Dienstreisen meistens auf Steuerzahlers Kosten im Ausland verbrachte, während seine zurückgelassene Belegschaft dann den unangenehmen Teil der Stabsarbeit in Stuttgart zu verrichten hatte, wie zB (völlig bescheuert) das Schreiben von Briefen im Nachgang zu Arbeitstreffen, bei denen nur Kreher, nicht aber der Sachbearbeiter anwesend waren, und zu dem dem Letzteren entsprechend keinerlei detaillierte Informationen vorlagen. Kreher wusste selten, was er tat, wenn es darum ging, Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster quer durch die Welt zu schicken, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass dieser genau dafür kritisiert wurde, insbesondere seitdem eine rot-rot-grüne Haushaltskoalition im Stadtrat mitregiert und den erfolgsverwöhnten schwarz-blau-gelben das Leben schwer macht.
Doch auch wenn Kreher mal im Land war, lief es nicht wirklich besser, ist der Mittvierziger, der oft um zwölf schon vergessen hatte, was er um zehn von dir wollte, doch alles andere als ein Teamplayer und fällt vor allem durch nicht vorhandene Kommunikation mit dem Stab auf. Er selbst gefällt sich auffällig dabei, klüger, größer und besser als seine Mitarbeiter zu wirken, die er gerne auch mal als „Fehlbesetzung“ beschimpft, wenn er nicht aus nicht nachvollziehbaren Gründen einfach nur dasitzt und wie ein Tier vor sich hinknurrt. Oft ließ er sich noch unfertige Vorschläge präsentieren, nur um den Sachbearbeitern dann die Mängel vorzuhalten und so vor allen anderen vorzuführen, um sich selbstherrlich als der Überlegene zu präsentieren und sein verhungerndes Ego zu stärken. Dass er dabei eher lächerlich als souverän wirkte, schien ihn nicht zu stören, lebt er doch in einem Stuttgarter Mikrokosmos, in dem er selbst auf dem Thron der Macht und Weisheit sitzt und seinen Mitarbeitern selbstherrlich befehlen kann, was sie ihm wann und wie einzureichen haben, selbst wenn diese im Feierabend, im Wochenende oder bereits aus der Abteilung ausgeschieden sind und ihre Abschlussdokumente einfordern.
In meinem Fall weigerte er sich beispielsweise, mir eine mir zustehende Bestätigung über das abgeleistete Praktikum zukommen zu lassen. Obwohl diese bereits ausgefüllt und unterschrieben in Stuttgart vorlag, weigerte er sich, sie an mich zu versenden, bis ich ihm ein internes Dokument meiner Universität ausgehändigt hätte, obwohl er darauf selbstverständlich keinerlei Anspruch hatte, und man einen solchen Vorgang gemeinhin als „Erpressung“ bezeichnet. Ich habe mir damit geholfen, dass ich ihm einfach eine stark gekürzte und sehr unkritische Fassung meines Erfahrungsberichtes zugeschickt habe. Er hat den Braten dann entweder geschluckt oder aber verstanden, dass ich mich nicht erpressen lasse und seine widerwärtigen Ansprüche zurückweise. An dieser Stelle muss ich also ausdrücklich vor Krehers Praktiken warnen, die weder dem gebotenen höflichen Umgang unter Vertragspartnern, noch dem menschlichen Anstand entsprechen, und denen jedes vorbildliche Verhalten eines öffentlichen Amtsträgers abgeht.
Ebenso gerne schirmt sich Kreher von seinen Mitarbeitern ab. Zwar wird betont, dass die Türen im Rathaus offen und der Umgang meist unkompliziert sind, doch als Praktikant erhält man eigentlich nur Weisungen für das Thema, das man gerade bearbeiten soll. Weder gibt es ein Programm für Praktikanten, noch erhält man überhaupt einen Einblick in die Arbeit der Abteilung als Ganzes, selbst wenn man, wie ich, sechs Monate in Stuttgart verbracht hat, und dass, obwohl sie essenziell von der Arbeit der Praktikanten abhängig ist und sonst nur aus wenigen fest angestellten Mitarbeitern besteht.
Diese Vorgehensweise ist in Stuttgart zwar bekannt, doch wird sie dort nicht angegangen, sondern gar beschönigend als „training on the job“ bezeichnet. Die Stabsabteilung hat große Probleme damit, Fehler zuzugestehen und auszubessern. Praktikanten haben also nicht lernwillige, sondern billige Arbeitskräfte zu sein, und so wurde (bis auf mich) kein Praktikant bezahlt und auf Fragen bestenfalls mit Verständnislosigkeit reagiert. Wer etwas lernen möchte, ist bei Kreher, der im Stab eine ausgeprägte One-Man-Show abzieht und sich der Zusammenarbeit mit anderen verweigert, eindeutig unerwünscht; Ausbildung findet beim ihm nicht statt; Informationen werden verweigert; Kreher fällt einem ständig ins Wort und lässt einen höflichen Umgang vermissen. Dass die Position des Abteilungsleiters auch mit vorbildhaftem Benehmen und einem allseitigem Umgang der Fairness, der Moralität, und des Pflichtbewusstseins verbunden sein sollte, scheint bei ihm nicht angekommen. Viel mehr geht es ihm darum, Sachverhalte so zu verdrehen und sich zurechtzubiegen, dass er selbst in egoistischer Manier gut dasteht. Ethische Maßstäbe sind nicht vorhanden; das Gemeinwohl steht hintenan.
Dass es kaum jemand länger als drei Monate in der Europaabteilung ausgehalten hat, hängt dabei wohl auch damit zusammen, dass akademische Studenten im Praxissemester dort oft als Verwaltungsfachangestellte missverstanden und dann mit unterklassigen Sekretärsarbeiten abgespeist werden, deren intellektuelles Niveau stark zu wünschen übrig ließ. Insbesondere die chronisch mies gelaunte Sekretärin Schulcz, die außer Rechtschreibung nichts wirklich beherrscht und folglich ihren Frust darüber, dass sie es nicht über den mittleren Dienst hinaus zu etwas gebracht hat, an den übrigen Mitarbeitern (nicht nur Praktikanten) ausließ, konnte sich in keiner Weise vorstellen, wie Geisteswissenschaftler arbeiten. Die übrige Abteilung bestand aus rege wechselnden Praktikanten, den unscheinbaren Damen Schlichtenmayer und Bauer, die gemeinsam mit dem Historiker Dr. Stephan gleichermaßen die gute Seele der Abteilung ausmachten, und einer Ansammlung christlich-radikaler Mitarbeiterinnen, angeführt von der leicht zu beeinflussenden und politisch sehr weit rechts stehenden Evangelikalen Neudorfer.
Insgesamt kann man das Praktikum getrost als Zeitverschwendung betrachten, die mir immerhin die Erkenntnis einbrachte, dass ich nie wieder in Management und Verwaltung bei Leuten tätig sein will, die nicht den blassesten Schimmer davon haben, welchen Beruf Geisteswissenschaftler ausüben. Auch wenn es nicht nur Schlechtes gab, und man oft auch lachen konnte, wenn Griesgram Kreher nicht im Hause war, so ist eine Karriere in Wissenschaft, Philosophie oder Politik der Drecksarbeit einer Stabsabteilung im derzeit noch CDU-verfilzten Stuttgart vorzuziehen.
Für die Übersendung meiner einseitigen Praktikumsbestätigung hat Kreher übrigens trotz mehrfacher Rückfragen und anderslautender Zusagen 3 ½ Monate gebraucht, aber immerhin hat er sie überhaupt übersendet, nachdem ich die Universität eingeschaltet habe. Schade, dass er offensichtlich der Ansicht war, dass man gegebene Versprechen nicht halten muss. Andere Praktikanten warten seit zwei Jahren auf ihr Abschlusszeugnis, das auch ich bis heute nicht bekommen habe.
Von einer Empfehlung für ein Praktikum bei der Stabsabteilung für europäische und internationale Angelegenheiten/Städtepartnerschaften ist daher großer Abstand zu nehmen. |
BEWERTUNG DES PRAKTIKUMS
| Gesamtbewertung: |
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2.0 |
| Arbeitsklima: |
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4.0 |
| Arbeitszeiten: |
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3.0 |
| Karrierechancen: |
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1.0 |
| Lernfaktor: |
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1.0 |
| Übereinstimmung mit Stellenbeschreibung : |
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2.0 |
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